14.6.2026, 15:00 Uhr,
Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Zauri Matikashvili und Merle Radtke
, Kunsthalle MünsterGespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Sarah Hübscher und Zauri Matikashvili
, Kunsthalle MünsterZauri Matikashvili, In Katernberg (Still), 2022, HD Video, 23:00 min.
CreditIn seinen Filmen fragt Zauri Matikashvili, wie der Alltag von Menschen mit Macht und Widerstand verbunden ist, wie Gesellschaften im Detail funktionieren oder auch nicht. Im Gespräch Sarah Hübscher und Zauri Matikashvili wird diese künstlerische Auseinandersetzung mit der Demokratie und dem Aushalten dieser um eine wissenschaftliche Perspektive ergänzt. Die Kunst-, Kultur- und Erziehungswissenschaftlerin ist Gastprofessorin für Inklusion und Antidiskriminierung in der Kunstpädagogik und Ästhetischen Bildung an der Kunstakademie Münster. Die gesellschaftlichen und politischen Diskurse der künstlerischen Arbeiten dienen als Ausgangspunkt für das Gespräch.
Mit You may not want to be here zeigt die Kunsthalle Münster die erste institutionelle Einzelausstellung Matikashvilis und gibt damit einen Einblick in das Schaffen des georgischen Künstlers. Neben seiner neuen Zwei-Kanal-Videoinstallation Passing the Glass (2026), die im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Münster ihre Premiere feiert, werden mit In Katernberg (2022) und Made in Europ“ (2023) zudem zwei ältere Filme Matikashvilis gezeigt. Ergänzt werden die filmischen Werke durch seine Serie You may not want to be here (seit 2024) – eine Reihe von Skulpturen, die sich durch den gesamten Ausstellungsraum ziehen und in einen Dialog mit seinen filmischen Arbeiten treten.
Die Filme Zauri Matikashvilis sind einzelnen Personen, Personengruppen oder Orten gewidmet. Aus unterschiedlichen Perspektiven nimmt er Themen wie Identität, traditionelle Rollenbilder, Segregation, Zugehörigkeit, Zerrissenheit, Rassismus und zunehmende Repression in den Blick. Vor dem Hintergrund einer Regression der Demokratie, der Konfrontation mit einem zunehmenden autoritären Populismus, einem allgemeinen politischen Rechtsruck sowie der Zunahme sozialer Ungleichheiten besitzen die Werke Matikashvilis eine besondere Dringlichkeit.
Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt.
Sarah Hübscher (she/her) ist Gastprofessorin für Inklusion und Antidiskriminierung in der Kunstpädagogik und Ästhetischen Bildung an der Kunstakademie Münster. Sie ist Kunst-, Kultur- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie arbeitet an den Schnittstellen von Kunst und Kultur in Settings der politischen Bildung und arts education im musealen und urbanen Raum. Sie ist und war an unterschiedlichen Hochschulen in Deutschland (Dortmund, Karlsruhe, Duisburg-Essen) tätig und versteht sich als cultural worker in den Bereichen kollektives Kuratieren von Ausstellungen und Bildungsformaten. Ein Schwerpunkt ist die künstlerische Forschung, die sie als transdisziplinären Gewinn für machtkritische Change Prozesse in Wissenschaft, Kunst und Alltag versteht. Ihre Dissertation hat sie zu dem Titel Interaktion im Kunstmuseum 2020 publiziert. Sie ist Initiatorin des Vereins „Raum für künstlerische Forschung – Frappanz e. V.“ in Dortmund.
Zauri Matikashvili wurde in der georgischen Stadt Qvareli geboren. Nach seinem Studium der Freien Kunst in Münster und Düsseldorf lebt und arbeitet er heute in Münster und Amsterdam. In seinen Filmen, Performances, Installationen und Skulpturen hinterfragt er die soziokulturellen und politischen Kontexte verschiedener Gesellschaften und Nationen, die die Identitätsbildung individueller Lebenswelten und Familien prägen. Er interessiert sich dabei besonders dafür, wie Erzählungen und Bilder Gemeinschaft stiften. Matikashvilis Werke wurden in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter BSMNT in Leipzig (2026), die Julia Stoschek Foundation in Düsseldorf (2025), Kunst in Tunnel (KIT) in Düsseldorf (2025), das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster (2025), Het Documentaire Paviljoen in Amsterdam (2024), die Stadthausgalerie Münster (2023), Antimatter Media Art in Victoria (2023), By Art Matters in Hangzhou (2023), das Eye Filmmuseum in Amsterdam (2023), die Cité Internationale des Arts in Paris (2022), das Internationale Kurzfilmfestival in Oberhausen (2022), der Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg (2021), das Filmfestival Münster (2021), der HMKV in Dortmund (2021), das Atelier Nr. 63 PACT Zollverein in Essen (2020) und die Philara Collection in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt in Düsseldorf (2020). Er war Artist in Residence an der Rijksakademie van beeldende kunsten Amsterdam (2022–2024), an der Cité Internationale des Arts Paris (2022) und am PACT Zollverein in Essen (2021). Zuletzt erhielt er Stipendien der Stiftung Kunstfonds (2025) und der Kunststiftung NRW (2026).
Zauri Matikashvili. You may not want to be here
, Kunsthalle Münster → Ausstellung
Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Zauri Matikashvili und Merle Radtke
, Kunsthalle Münster
Rundgang durch die Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Heiko Lietz
, Kunsthalle Münster
Rundgang durch die Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Heiko Lietz
, Kunsthalle Münster
Agnès Varda, Daguerréotypen – Leute aus meiner Straße
, Schloßtheater
Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Zauri Matikashvili und Silke Schönfeld
, Kunsthalle Münster
Abbas Kiarostami, Ta'm-e gīlās (Der Geschmack der Kirsche)
, Schloßtheater