13.9.2026, 15:00 Uhr,

Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Zauri Matikashvili und Silke Schönfeld

, Kunsthalle Münster

Zauri Matikashvili, Made in Europe (Still), 2023, Einkanalvideo, 25:00 min.

Credit

Die bildende Künstlerin und Filmemacherin Silke Schönfeld blickt gemeinsam mit dem Zauri Matikashvili auf Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Arbeitsweisen. Beide Künstler:innen haben gemeinsam an der Kunstakademie Münster bei Aernout Mik studiert und sich dem dokumentarischen Filmemachen zugewandt, was sie immer wieder aufbrechen. Ähnlichkeiten und Unterschiede der künstlerischen Praxen bilden die Grundlage für das Gespräch, das sich nicht nur mit den gezeigten Arbeiten auseinandersetzt, sondern auch mit der Arbeit an Filmen allgemein.

Mit You may not want to be here zeigt die Kunsthalle Münster die erste institutionelle Einzelausstellung Matikashvilis und gibt damit einen Einblick in das Schaffen des georgischen Künstlers. Neben seiner neuen Zwei-Kanal-Videoinstallation Passing the Glass (2026), die im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Münster ihre Premiere feiert, werden mit In Katernberg (2022) und Made in Europ“ (2023) zudem zwei ältere Filme Matikashvilis gezeigt. Ergänzt werden die filmischen Werke durch seine Serie You may not want to be here (seit 2024) – eine Reihe von Skulpturen, die sich durch den gesamten Ausstellungsraum zieht und in einen Dialog mit seinen filmischen Arbeiten tritt.

Die Filme Zauri Matikashvilis sind einzelnen Personen, Personengruppen oder Orten gewidmet. Aus unterschiedlichen Perspektiven nimmt er Themen wie Identität, traditionelle Rollenbilder, Segregation, Zugehörigkeit, Zerrissenheit, Rassismus und zunehmende Repression in den Blick. Vor dem Hintergrund einer Regression der Demokratie, der Konfrontation mit einem zunehmenden autoritären Populismus, einem allgemeinen politischen Rechtsruck sowie der Zunahme sozialer Ungleichheiten besitzen die Werke Matikashvilis eine besondere Dringlichkeit.

Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt.

Zauri Matikashvili wurde in der georgischen Stadt Qvareli geboren. Nach seinem Studium der Freien Kunst in Münster und Düsseldorf lebt und arbeitet er heute in Münster und Amsterdam. In seinen Filmen, Performances, Installationen und Skulpturen hinterfragt er die soziokulturellen und politischen Kontexte verschiedener Gesellschaften und Nationen, die die Identitätsbildung individueller Lebenswelten und Familien prägen. Er interessiert sich dabei besonders dafür, wie Erzählungen und Bilder Gemeinschaft stiften. Matikashvilis Werke wurden in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter BSMNT in Leipzig (2026), die Julia Stoschek Foundation in Düsseldorf (2025), Kunst in Tunnel (KIT) in Düsseldorf (2025), das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster (2025), Het Documentaire Paviljoen in Amsterdam (2024), die Stadthausgalerie Münster (2023), Antimatter Media Art in Victoria (2023), By Art Matters in Hangzhou (2023), das Eye Filmmuseum in Amsterdam (2023), die Cité Internationale des Arts in Paris (2022), das Internationale Kurzfilmfestival in Oberhausen (2022), der Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg (2021), das Filmfestival Münster (2021), der HMKV in Dortmund (2021), das Atelier Nr. 63 PACT Zollverein in Essen (2020) und die Philara Collection in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt in Düsseldorf (2020). Er war Artist in Residence an der Rijksakademie van beeldende kunsten Amsterdam (2022–2024), an der Cité Internationale des Arts Paris (2022) und am PACT Zollverein in Essen (2021). Zuletzt erhielt er Stipendien der Stiftung Kunstfonds (2025) und der Kunststiftung NRW (2026).

Silke Schönfeld (geb.1988 Idar-Oberstein) ist bildende Künstlerin und Filmemacherin. Sie studierte bildende Kunst an den Kunstakademien in Münster und Düsseldorf. Ihre filmischen Arbeiten wurden in u.a. in Einzelausstellungen im Hartwarte MedienKunstVerein, Dortmund (2024) und der Kunsthalle Bielefeld (2024) präsentiert. Von 2020 bis 2022 war sie Residenzkünstlerin an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. International wurden ihre Arbeiten in zahlreichen Gruppen-ausstellungen und auf Filmfestivals präsentiert, u.a. im Goethe-Institut, (Paris), in der CAN Founda-tion (Seoul), im Garage (Rotterdam) und im Building Bridges Art Exchange (Santa Monica). Im Rahmen der Flurstücke 2024 produzierte sie den Film No More Butter Scenes (2024) in Zusam-menarbeit mit der Kunsthalle Münster und der Filmwerkstatt Münster. Für ihre Werke wurden sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Kurzfilmpreis (2023) und dem Förderpreis des Landes NRW (2021). Indem sie persönliche Geschichten mit historischen und sozialen Strukturen verwebt, taucht sie in spezifische Kontexte ein und setzt sich mit ihren eigenen Vorurteilen ausei-nander. Als teilnehmende Beobachterin rückt sie Menschen in den Fokus, seien es einzelne Prota-gonist:innen oder gesellschaftliche Gruppen. Während sie diesen folgt, dokumentiert sie Erinnerun-gen, Rituale, Ideologien und Prozesse der Identitätsbildung. Sie lebt und arbeitet in Dortmund.

Im Rahmen der Ausstellung

Zauri Matikashvili. You may not want to be here

, Kunsthalle Münster → Ausstellung
Weitere Veranstaltungen:

2.7.2026, 18:00 Uhr,

Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Sarah Hübscher und Zauri Matikashvili

, Kunsthalle Münster

12.7.2026, 15:00 Uhr,

Rundgang durch die Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Heiko Lietz

, Kunsthalle Münster

27.8.2026, 18:00 Uhr,

Rundgang durch die Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Heiko Lietz

, Kunsthalle Münster

7.9.2026, 19:00 Uhr,

Agnès Varda, Daguerréotypen – Leute aus meiner Straße

, Schloßtheater

14.9.2026, 19:00 Uhr,

Abbas Kiarostami, Ta'm-e gīlās (Der Geschmack der Kirsche)

, Schloßtheater

14.6.2026, 15:00 Uhr,

Gespräch in der Ausstellung Zauri Matikashvili. You may not want to be here mit Zauri Matikashvili und Merle Radtke

, Kunsthalle Münster