3.10. – 17.10.2021,

ton not. not ton. Florian Bräunlich, Gerrit Frohne-Brinkmann, Sven-Åke Johansson, Museum of No Art, Tomoko Sauvage, Saskia Senge, Gesa Troch, Hannah Weinberger

, Kunsthalle Münster

Florian Bräunlich, Safe Crash, 2020. Performance von Sven-Åke Johansson

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Konzert, Performance, Ausstellung. ton not. not ton widmet sich dem Klang der Dinge, lässt ihn in akustischen Interventionen, Objekten im Raum und der eigenen Imagination in Erscheinung treten. Dabei wird mit der Unmittelbarkeit der Aufführung und der Vergänglichkeit des Spektakels, mit der Erinnerung an das Ereignis sowie seinem Nachklang gespielt – eine Auseinandersetzung mit dem Davor, dem Währenddessen, dem Danach.

In der Verschränkung von Objekt und Klang geht es einerseits um die unmittelbare Erfahrung, die Wahrnehmung von Klängen, andererseits um die sinnliche Begegnung mit dem physischen Material. Während einige der Künstler:innen und Musiker:innen den Objekten den Klang ganz unmittelbar im Augenblick der Aufführung entlocken, nehmen andere in ihren Werken lediglich darauf Bezug, lenken den Blick auf das performative Moment des Objekts.

Die japanische Musikerin Tomoko Sauvage untersucht in ihren Performances die Skulpturalität von Klang und nutzt dazu verschiedene Flüssigkeiten, Schalen, Keramiken, Licht und Unterwassermikrofon. In ihre Kompositionen bezieht sie unvorhersehbare Materialdynamiken ebenso wie den Zufall als Kompositionsmethode mit ein. Ähnlich verhält es sich mit der Arbeit Safe Crash (2020) von Florian Bräunlich, für die der Schlagzeuger Sven-Åke Johansson mit Drumsticks aus Porzellan improvisiert, wobei er alle Aspekte und Parameter der Klanglichkeit des Materials herausarbeitet und die Objekte in ihrer Qualität hörbar macht. Und was befindet sich im Museum Of No Art? Keine Gemälde, sondern Visionen. Keine Skulpturen, sondern leere Räume voller Potenzial, in denen Mona Steinwidder mit Synthesizer, Klarinette und Effekten fabelhaften Formen nachspürt. In der Arbeit Grand Piano (2013) von Gerrit Frohne-Brinkmann, für die der Künstler Fingerabdrücke der Tasten eines Klaviers genommen hat, geht es ähnlich wie bei den Überresten von Safe Crash um die Zeugenschaft der Objekte, um Spuren und Relikte ebenso wie um deren Musikalität. Gesa Trochs neugeschaffene Keramiken verweisen auf ein geräuschvolles, geradezu ekstatisches Ereignis. Ihre Skulpturen imitieren leergeschossene Feuerwerksbatterien, die lautlos auf das krachend leuchtende Übergangsritual und dessen emotional ambivalente Aufladung anspielen.

Der Raum erklingt, musikalisch, bildnerisch und imaginär, Objekte werden zum Klingen gebracht, Erinnerungen klingen an; der Moment als die Tasten des Klaviers gespielt werden oder das Feuerwerk gezündet.

Eine Zusammenarbeit der Kunsthalle Münster mit dispari – ein Label und eine Plattform für auditive Publikationen und Performances an wechselnden Orten, initiiert und betrieben von Nguyen Phuong-Dan.

Kurator:innen: Nguyen Phuong-Dan + Merle Radtke

Das Programm der Kunsthalle Münster wird unterstützt vom Freundeskreis der Kunsthalle Münster.

Begleitprogramm:

3.10.2021, 17:00 Uhr,

Museum of No Art, Konzert

, Kunsthalle Münster

3.10.2021, 16:00 Uhr,

Florian Bräunlich, Safe Crash mit Sven-Åke Johansson, Performance

, Kunsthalle Münster

3.10.2021, 14:00 Uhr,

Tomoko Sauvage, Konzert

, Kunsthalle Münster