14.3. – 10.5.2026,

hell is other people (if you're lucky): Chloe Chignell, Ewa Dziarnowska, Dorota Gawęda + Eglė Kulbokaitė, Liina Magnea, Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor, Sinaida Michalskaja, Alexandra Sheherazade Salem, Gaia Vincensini

, Stadthausgalerie Münster

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Gaia Vincensini, Locksmith practice, 2025, Porzellan.

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Die Kunsthalle Münster und Residence NRW⁺ präsentieren in der Stadthausgalerie hell is other people (if you’re lucky). Die Ausstellung versteht Öffentlichkeit als ein affektives Feld, das durch Begegnungen, Reibungen und Aushandlungen fortwährend neu entsteht.

Der Titel ist ein Zitat aus dem Buch The Inconvenience of Other People (2022) von der Kulturtheoretikerin Lauren Berlant und verweist auf die Spannungen, die unser alltägliches Miteinander bedingen: gefragte oder ungefragte Blicke und Berührungen, Irritationen und Missverständnisse. Unaufhaltsam müssen wir das soziale Gefüge im öffentlichen Raum mit seinen Ge- und Verboten aushandeln und die allgegenwärtigen Appelle und Reglementierungen navigieren. Anstatt zu versuchen, die Reibungen zu neutralisieren und die Ungleichheiten zu ignorieren, lädt die Ausstellung dazu ein, mit ihnen zu verweilen und fragt: Welche Beziehungen und kollektiven Imaginationen können unter diesen Bedingungen entstehen? Und was für eine Art öffentli-chen Raum brauchen wir dafür?

Die Stadthausgalerie liegt im Innenhof des Rathauses, in Münsters Zentrum. Sie ist zugleich Wahlamt und Ausstellungsraum – ein hybrider Ort zwischen demokratischer Infrastruktur und Kunstpräsentation. Die installativen Arbeiten in der Ausstellung reflektieren die zunehmende Privatisierung und Kommodifizierung des öffentlichen Raums. Hinter der Glasfassade reflektieren Gaia Vincensinis Keramikarbeiten mit Ironie und Präzision das Merchandising der angrenzenden Geschäftsstraßen. Motive, wie Schlösser, Uhren, Kreuze und Ketten referieren auf Glaubens-, Finanz- und Schutzsysteme und evozieren jene Stabilitätsversprechen, auf denen kapitalistische Ordnungen und privatisierte öffentliche Räume beruhen.

Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė ergänzen mit ihren beiden Arbeiten Enclosure (Lower bound of a landscape) (2023) und Yield II (2021) die Stadthausgalerie um eine weitere semitransparente Architektur aus Begrenzungen und Reflexionen. Yield oszilliert zwischen einem nostalgischen Schminkspiegel und einer Überwachungskamera, deren Blick von der Bewegung der Besucher:innen abhängt, und sie mit ihrem eigenen Spiegelbild konfrontiert. Die monumentale Installation, die aus mehreren bedruckten Chiffon-Panels besteht, verweist auf die historische Einhegung von Land und eröffnet gleichzeitig Parallelen zur heutigen Segregation im Digitalen.

Alexandra Sheherazade Salem entwickelt für die Ausstellung einen poetischen Beitrag, der sich mit Text und Geruch in den Raum einschreibt und darin ausbreitet. Für ihre ortsspezifische Arbeit greift sie auf Formen der spirituellen Reinigung und Ausräucherung zurück.

Im Dialog mit dem Raum und seiner Funktionalität als Wahlamt erinnert Sinaida Michalskajas großformatige Arbeit HANNAH (Deutsche Wärme) an die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements. In Anlehnung an die Tradition des Monumentalporträts zeigt sie die politische Theoretikerin Hannah Arendt (1906–1975), deren Lächeln durch eine Überlagerung zweier Tapisserien physisch in den Raum ragt. Die Videoarbeit SOPHIE widmet sich einer weiteren Person des öffentlichen Lebens, der transfeministischen Elektropop-Musikerin SOPHIE. Ausgehend von dem Track Forever überführt die Arbeit die Lyrics in eine visuelle Rhythmik und rückt den Kampf um körperliche Selbstbestimmung in den Fokus.

Mit drei performativen Arbeiten von Chloe Chignell, Ewa Dziarnowska und Liina Magnea sowie einer Intervention im öffentlichen Raum von Abdoul Karim Martens und Dominik Sartor eröffnet die Ausstellung einen Raum für Erzählungen bewegter Körper und temporärer Zusammenkünfte.

Kurator:innen: Anneliese Ostertag + Antoine Simeão Schalk

Eröffnung: 13.3.2026, 18:00 Uhr

In Kooperation mit:

Das Programm wird gefördert durch:

Das Programm der Kunsthalle Münster wird unterstützt vom Freundeskreis der Kunsthalle Münster.

Begleitprogramm:

29.4.2026, 18:00 Uhr,

Perfomance von Ewa Dziarnowska (work in progress)

, Stadthausgalerie Münster

30.4.2026, 10:00 – 18:00 Uhr,

Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor, dérivedérive

, Kunsthalle Münster / Wasserseite

10.5.2026, 15:00 Uhr,

Liina Magnea, SSASSINS CREED (LADY SAYS STOP)

, Stadthausgalerie Münster

14.3.2026, 10:00 – 18:00 Uhr,

Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor, dérivedérive

, Hoppengarten / Acker

15.3.2026, 15:00 Uhr,

Chloe Chignell, SUNCUT: a lover's dictionary

, Stadthausgalerie Münster