6.4. – 21.7.2019,

Christiane Blattmann. Un-Break My Walls

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Christiane Blattmann. Un-Break My Walls. Ausstellungsansicht Kunsthalle Münster 2019

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Die Kunsthalle Münster freut sich, mit Un-Break My Walls die erste institutionelle Einzelausstellung von Christiane Blattmann zu zeigen. In ihren Werken experimentiert die Künstlerin mit verschiedenen Arten der Formgebung, wobei die Interaktion der eingesetzten Materialien ebenso wie theoretische und literarische Referenzen wichtige Ausgangspunkte darstellen. Blattmann verwebt, verbindet, vernetzt, verwirkt, verarbeitet – sie kreiert verworrene Verbindungen von Materialien, Strukturen, Dingen, Geschichten und Charakteren. Ausgangspunkt der Ausstellung in Münster bilden drei Werkreihen der vergangenen Jahre, die sie für die Kunsthalle weiterentwickelt, sowie eigens für die Ausstellung entstandene neue Arbeiten, die sich mit den Räumlichkeiten des ehemaligen Getreidespeichers verbinden. In ihrer unterschiedlichen, mitunter kontrastierenden Beschaffenheit beeindrucken Blattmanns Werke durch ihre materielle Präsenz; sie zeugen von einer besonderen Form der Auseinandersetzung mit den gewählten Materialien und deren spezifischen Eigenschaften – darunter Keramik, Jute, Gaze, Rattan, Glas, Gips, Silikon sowie verschiedene Metalle – und zeichnen sich durch eine taktile Sensibilität aus, die das „haptische Sehen" ihrer Betrachter*innen herausfordert.

Blattmann spielt die jeweiligen Materialeigenschaften gegeneinander aus, bringt diese in ihrer Differenz zusammen. Gekonnt setzt sie die Mittel der Skulptur ein: Gewicht, Proportion, Schwerkraft, Raum. Zugleich lotet sie in ihren Werken das Wesen der Gattung Skulptur aus, bewegt sich an den Randbereichen zu anderen Gattungen. Ihre hybriden Objekte schwanken zwischen einem „Sowohl-als-auch" und einem „Weder-noch“. Sie entziehen sich normativen Festschreibungen; Auflösung erscheint als ästhetische Strategie. In ihren Werken belebt die Künstlerin leblose Materialien. Die Sprache des Materials tritt in einen Dialog. Das Spiel mit der Gegensätzlichkeit – organisch versus anorganisch, anthropomorph versus geometrisch, kalkuliert versus zufällig – erzeugt Spannungen, die Christiane Blattmanns künstlerisches Werk prägen und ihre Arbeiten zu ausgewiesenen Denkfiguren machen.

Christiane Blattmann (geb. 1983 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Hamburg und Brüssel) hat zunächst an der Universität der Künste Berlin studiert, bevor 2006 sie an die Hochschule für bildende Künste Hamburg wechselte, wo sie 2013 ihren Abschluss gemacht hat. Zwischen 2011 und 2013 betrieb sie gemeinsam mit Jannis Marwitz die Betongalerie – einen Ausstellungsort im öffentlichen Raum in Hamburg St. Pauli. Zudem gehört sie seit 2012 zum Team des Verlags Montez Press, den sie 2012 gemeinsam mit Than Hussein Clark, Anja Dietmann, William Joys und James Connick gegründet hat. 2012 war sie mit dem Reisestipendium von Neue Kunst in Hamburg e. V. in Mexiko City, 2018 als Stipendiatin an der Cité Internationale des Arts in Paris. Ihre Arbeiten wurden international in Ausstellungen gezeigt, u. a. bei The Community (Paris), im Kunsthaus Hamburg, bei Damien & The Love Guru (Brüssel), dem Kunstverein Harburger Bahnhof (Hamburg), bei Croy Nielsen (Berlin), der Mathew Gallery (New York/Berlin), dem Goethe Institut Paris, VI,VII (Oslo), bei Marwan (Amsterdam), der Biennale Regard Benin (Cotonou) und dem NEK – Neuer Essener Kunstverein.

Kuratorin: Merle Radtke

Die Ausstellung wird gefördert durch:

Das Programm der Kunsthalle Münster wird unterstützt vom Freundeskreis der Kunsthalle Münster.

Begleitprogramm:

3.7.2019, 18:00 Uhr,

William Joys: A One Man Show

, Kunsthalle Münster

21.7.2019, 15:00 Uhr,

Gespräch zwischen Christiane Blattmann und Oriane Durand

, Kunsthalle Münster