Lügen.nirgends. Zwischen Fiktion, Dokumentation und Wirklichkeit

, 2008

Kann denn Lüge Wahrheit sein? Wirklichkeit und Möglichkeit, Schein und Sein, Imagination und Fiktion, davon handelt Kunst. Die in Lügen.nirgends ausgestellten Künstler*innen erzählen Geschichten, mit unterschiedlichen Strategien. Mal bedienen sie sich dazu einer dokumentarischen Formensprache und kombinieren Worte (gesprochene, geschriebene) und Bilder (Fotografie, Film, Zeichnung, Objekt, Installation). Mal wird behauptet, dass nicht alles wahr ist, was schlüssig erscheint, mal wird „gelogen“, um die Systematiken der Wahrheitsfindung zu entlarven. Aber wie definiert man Lüge? Wie Wahrheit? Seit Augustinus wird die Intention des Lügenden, also die mehr oder weniger bewusste Entscheidung für eine falsche Aussage, als Definition für eine Lüge herangezogen. Aber genau dies birgt auch das Problem ihrer Verifizierbarkeit, denn, was für den einen eine Lüge ist, das ist für die andere eine Flunkerei, für den nächsten ein Kompliment. So unterschiedlich können die inneren Ansichten und Absichten sein. Wahrheit und Lüge sind (von außen und innen, von verschiedenen subjektiven Standpunkten betrachtet) ununterscheidbar; Unwahrheit und Lüge existieren nur, wenn man den Maßstab der Wahrheit anlegt.

Dieser Katalog ist anlässlich der Ausstellung Lügen.nirgends: Zwischen Fiktion, Dokumentation und Wirklichkeit in der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster erschienen.