Krieg / Individuum

, 2010

Was ist Krieg? Warum entsteht ein Krieg? Wer führt ihn? Warum lernen die Menschen nicht aus den Fehlern und den Gräueln, die sich über die Jahrhunderte wiederholen? Diese Fragen kann eine Ausstellung nicht beantworten, aber sie kann den Versuch unternehmen, die Haltung zu ihnen zu verändern, indem sie zeigt, wie die Auswirkungen von Krieg aussehen. Während es seit 2003 zu einer vermehrten Ausstellungs- und Publikationstätigkeit zu dem Komplex „Terror“ oder „Krieg gegen den Terror“ in Folge des 11. Septembers gekommen ist, gibt es kaum Ausstellungen und Publikationen zur condition humaine in Zeiten global beobachteter Kriegshandlungen. In der AZKM beleuchten 15 internationale Künstler*innen in ihren Werken die Folgen für das Individuum, für Gruppen und Gesellschaften, die nicht gefragt worden sind, ob sie Krieg haben oder sich daran beteiligen wollen, sei es der Zweite Weltkrieg, der Vietnamkrieg, der Nah-Ost-Konflikt, der Jugoslawienkrieg oder die Kriege im Irak und in Afghanistan. Es entsteht ein Resonanzraum, der die häufig ambivalenten Perspektiven und Rollen von Tätern, Opfer und Zuschauer*innen, bewusst macht. Die Bilder aber, die wir sehen, tagtäglich und in der Ausstellung, sollten zum Handeln bewegen und niemanden davon abhalten, die Frage zu stellen, welche Bilder, wessen Grausamkeiten, welche Tode nicht gezeigt werden.